26.01.2010
Pforzheimer Kurier: Abgeordnetenserie
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Abgeordneten-Serie des Pforzheimer KuriersBeitrag von Prof. Dr. Erik Schweickert MdB für die Ausgabe am 26.01.2010
a) Bundespolitik
Die Etikettierung von Finanzprodukten war in den letzten 4 Wochen neben den Problemen mit den EC-Karten ein Thema, dessen ich mich in Berlin als verbraucherschutzpolitischer Sprecher angenommen habe. So wurde beispielsweise von einem nationalen Bankkonzern mit einem „Altersvorsorgekonto“ geworben, hinter dem aber hochspekulative Finanzprodukte standen. Jedes Frühstücksei unterliegt in Deutschland strengen Regeln bei der Etikettierung als Finanzprodukte. Das kann ja wohl nicht sein. Deshalb setze ich mich für eine transparente Kennzeichnung von Finanzprodukten ein. Es muss das drin sein, was drauf steht. Wenn ein Produkt „Total Return“ heißt, darf der Anleger zum Schluss nicht mit leeren Händen dastehen. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Ich bin nicht der Meinung, dass die Bank oder der Staat dem Anleger das Kapitalmarktrisiko abnehmen sollen. Aber der Kunde muss über eine transparente Etikettierung und die Einteilung von Finanzprodukten nach einheitlichen Risikoklassen abwägen können, auf welches Risiko er sich einlässt.
b) Wahlkreis
Im Enzkreis macht die Bahn leider weiter negativ von sich reden. Nachdem sie auf vielen Bahnsteigen die Fahrkartenautomaten abmontiert hatte, plant sie nun, auch noch die Öffnungszeiten des Reisezentrums im Bahnhof Mühlacker deutlich einzuschränken.
Scheinbar ist es das Ziel der Bahn, dem Kunden den Fahrkartenkauf immer weiter zu erschweren und ihn vom Bahnfahren abzuhalten. Da fragt man sich schon, ob die Marketingabteilung der Bahn das Wort „Marketing“ als Kundenorientierung sieht oder sich eher als „Kundenverhinderungsabteilung“ versteht.
Auf mein Schreiben zu den Fahrkartenautomaten antwortete mir Bahnchef Grube, „selbstverständlich spielten dabei auch wirtschaftliche Gesichtspunkte eine nicht unerhebliche Rolle“. Mittelständische Unternehmen in unserer Region würden sich dann an den Wünschen der Kunden orientieren, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Nicht aber die Bahn. In einem erneuten Brief habe ich deshalb Herrn Grube aufgefordert, die Öffnungszeiten des Reisezentrums in Mühlacker beizubehalten.
c) Persönliches
Sie kennen das doch sicherlich: Im Winter gibt es Zeitgenossen, die besonders darauf achten, dass schon früh morgens Schnee geschippt ist. Und wehe, der Streifen ist zu eng, dann wird gleich gemosert… Ich erwarte bei solch extrem starken Schneefällen von meinen Nachbarn und unserem Straßendienst - der wirklich einen guten Job macht - keine Wunder
Wenn Sie aber mal Winterdienst-Anarchie live erleben wollen, empfehle ich dieser Tage einen Besuch in der Hauptstadt. Denn obwohl es in Berlin längst nicht so viel schneit wie in Pforzheim, findet sich dort auch noch 14 Tage nach dem letzten Schneefall eine geschlossene Schnee- und Eisdecke auf den Gehwegen. Mein morgendlicher Weg ins Büro ist gepflastert durch Hindernisse und Rutschbahnen. Und keiner fühlt sich zuständig! Ständig sieht man schlitternde und stürzende Menschen. Und wo der Schnee eher Sulz ist, haben Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen keine Chance. Scheinbar hat man in Berlin noch nicht mitbekommen, dass die Kehrwoche und die Schneeschippe bereits erfunden worden sind.





