16.07.2010
Live-Interview bei n-tv
Schweickert, FDP-Verbraucherschutzexperte, zu den Hitze-Problemen bei der Bahn: "Wir müssen feststellen, dass die Bahn jedesmal vom Wetter überrascht wird"Erik Schweickert, verbraucherschutzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, zu den Hitzeprobleme bei der Deutschen Bahn:
"Wir müssen feststellen, dass die Bahn jedesmal vom Wetter überrascht wird. Im Winter geht die Heizung nicht und im Sommer steigen die Klimaanlagen bei 32 Grad aus. Das kann es ja nicht sein. Dann, wenn sie es tun sollten, funktionieren sie nicht und die Bahn muss dafür Sorge tragen, dass, wenn jemand mit einem Zug fährt, wo man kein Fenster öffnen kann, dass dann auch die Klimaanlage funktioniert." (20 sek.)
Zu Forderungen an die Bahn:
"Wir haben im Koalitionsvertrag festgehalten, dass wir die Fahrgastrechte überprüfen und gegebenenfalls verbessern. Es zeigt sich ja nicht nur im Winter, jetzt auch im Sommer, im Herbst dann wieder mit den Blättern mit verspäteten Fahrzeiten, dass die Bahn hier ein Problem hat, dass man probiert, die Probleme kleinzureden, oftmals Verspätungen dann von 59 Minuten kommen und die Fahrgastrechte erst ab einer Stunde zählen. Von daher sind wir natürlich auch in der Koalition bereit, darüber nachzudenken, dass man dann sagt, dass ab 30 Minuten Verspätung die Fahrgastrechte ziehen und man dann auch eine Entschädigung erhält." (35 sek.)
Möglichkeiten für die Fahrgäste:
"Sie können sich direkt an den Servicepoint wenden und dann das Problem vorbringen. Es gibt ja auch die Schlichtungsstelle Mobilität, in der die Bahn integriert ist. Das heißt, es gibt die Möglichkeiten, hier sich an die Bahn zu wenden und Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Man muss nur sehen, dass es in diesem Bereich natürlich auch oftmals Kulanzfälle gibt. Die Bahn hat ja jetzt angekündigt, 150 Prozent des Reisepreises zu erstatten. Aber da sage ich auch: wenn jemand vom Notarzt rausgetragen wird aus einem Bahnwaggon, dann kann es nicht sein, dass man ihm dann einen Gutschein gibt für eine Fahrt, der auch nur eine bestimmte Gültigkeit hat. Ich denke, hier muss sich die Bahn deutlich kulanter zeigen und dann auch das Geld zurückerstatten." (42 sek.)
Kontext:
Nach den Vorfällen bei der Deutschen Bahn mit den überhitzten Zügen werden immer mehr Forderungen laut. Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Bahn aufgefordert, Fahrgäste aus überhitzten Zügen deutlich besser zu entschädigen als geplant. Der FDP-Verbraucherschutzexperte Schweickert verlangte von der Bahn ein kundenfreundlicheres Verhalten auch bei den Verspätungen.







